Soll der Staat den Aktienkauf fördern?

Mehr als 70 Prozent der Deutschen wünschen sich eine steuerliche Unterstützung, wenn langfristige Aktienanlagen der Altersvorsorge dienen. Dies ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie „Aktienkultur in Deutschland 2017“ der „Aktion pro Aktie“. Dabei gibt es bereits einige Möglichkeiten, einen Zuschuss vom Staat zu erhalten.

So kann etwa im Rahmen der Riester-Rente auch in Aktienfonds investiert werden. Diese Riester-Fondsparpläne werden vom Staat gefördert wie die klassische Riester-Rentenversicherung auch. Geldanlagen in Aktienfonds können aber zum Beispiel auch über die Arbeitnehmersparzulage staatlich bezuschusst werden, wenn sie als sogenannte vermögenswirksame Leistungen direkt über den Arbeitgeber beantragt und angelegt werden. Dabei gelten bestimmte Einkommensgrenzen: Ehepaare mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 40.000 Euro (20.000 Euro bei Alleinstehenden) können einen Aktienfondssparplan mit maximal 400 Euro pro Jahr abschließen und erhalten dann vom Staat 20 Prozent der eingezahlten Jahressumme (max. 160 Euro bei Verheirateten, 80 Euro bei Alleinstehenden) dazu.

Der Staat trägt damit der Tatsache Rechnung, dass sich Aktieninvestments in vielen Fällen hervorragend für die Altersvorsorge eignen. Viele Deutsche wissen darüber noch zu wenig – auch das belegt die Studie. Die Mehrheit der Bundesbürger würde das gern ändern und wünscht sich mehr Aufklärung: Informationen rund um das Thema Aktie sollten am besten schon in den Schulen oder in Volkshochschulen vermittelt werden, fordern 62 Prozent der Befragten. Besonders wissensdurstig sind die Jüngeren: Unter den 18- bis 24-Jährigen sind 78 Prozent dieser Meinung. Mehr Aufklärung könnte dann auch über staatliche Fördermöglichkeiten von Aktienanlagen geleistet werden.