Welche Arten von Aktien gibt es?

Aktie ist nicht gleich Aktie. Es gibt verschieden Arten – und jede hat besondere Eigenschaften. Allen gemein ist, dass Aktien Anteile an einem Unternehmen sind, das als Aktiengesellschaft (AG) organisiert ist. Mit einem Anteilsschein besitzen Sie also einen kleinen Teil der Firma.

Grundsätzlich wird zwischen Inhaber- und Namensaktien unterschieden. Inhaberaktien sind in Deutschland die gängigste Aktienart. Sie geben dem Inhaber sämtliche Aktionärsrechte. Beim Handel mit Inhaberaktien müssen sich einfach nur Verkäufer und Erwerber einig werden, und dann wechselt das Papier den Besitzer. Sie sind deshalb besonders gut für den Börsenhandel geeignet. Ein Nachteil für die Aktiengesellschaft besteht darin, dass sie nicht wissen, wer ihre Aktionäre sind – also wer am Ende Mit-Eigentümer des Unternehmens ist.

Bei Namensaktien hingegen muss sich der neue Erwerber beim Kauf legitimieren, sein Name, Adresse und Geburtsdatum werden ins Aktienregister der jeweiligen AG eingetragen. Bei einigen dieser Papiere ist sogar die Zustimmung der Gesellschaft notwendig (vinkulierte Namensaktien). Allgemein gilt bei Namensaktien, dass die AG ihre Anteilseigner kennt und dadurch etwa feindliche Übernahmen früher erkennen kann. Soll eine Namensaktie verkauft werden, ist das genauso problemlos möglich wie bei einer Inhaberaktie. Die Bank überträgt die Daten des neuen Eigentümers elektronisch.

In Deutschland gibt es überwiegend Inhaberaktien, in England und den USA dagegen  hauptsächlich Namensaktien (diese werden dort „Registered Shares“ genannt). Im Dax sind beide Arten vertreten.

Ein weiteres Kriterium zur Unterscheidung von Aktien ist der Umfang der verbrieften Rechte. Es gibt Stamm- und Vorzugsaktien. Vorzugsaktien bringen meist eine höhere Dividende oder erhöhte Liquidationserlöse – falls das Unternehmen pleite geht. Dafür muss der Besitzer von Vorzugsaktien jedoch in der Regel auf sein Stimmrecht verzichten. Dagegen verbriefen Stammaktien neben dem Recht auf einen bestimmten Anteil am Gewinn und Liquidationserlös, dem Auskunfts- und Bezugsrecht, auch das Stimmrecht auf der Hauptversammlung.

Foto: fotolia / stockWERK