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Einstieg in die Aktienwelt: In fünf Schritten zum Aktienbesitz

1. Schritt: Anlageform definieren

Was ist Ihr Sparziel?

Bevor Sie den ersten Schritt an die Börse wagen, sollten Sie sich ein paar Gedanken über Ihre Anlageziele machen. Möchten Sie für das Alter sparen? Oder möchten Sie ein Motorrad kaufen? Womöglich doch lieber reisen? Sind Ihre Ziele also eher kurzfristig oder langfristig? Und welches Risiko sind Sie bereit einzugehen? Grundsätzlich gilt: Eine höhere Rendite ist nur durch mehr Risiko zu erreichen. Langfristig können Sie zwar mit Aktien mit großer Wahrscheinlichkeit bessere Renditen erzielen als mit Sparbüchern, Tages- oder Festgeld. Das Risiko von zwischenzeitlichen Kursverlusten an den Börsen müssen Sie aber in Kauf nehmen.

Wieviel Geld möchten Sie anlegen?

Eine weitere wichtige Frage, die Sie für sich vor dem Aktienkauf klären sollten, lautet: Wie viel Geld möchten Sie anlegen? Fangen Sie als Einsteiger:in unbedingt mit eher kleinen Beträgen an. Investieren Sie an der Börse nur Geld, das Sie nicht kurzfristig benötigen und dessen Verlust Sie – im Fall der Fälle – verkraften könnten. Laufen die Märkte in die falsche Richtung, müssen Sie so nicht hektisch mit Verlust verkaufen, sondern können unter Umständen auf bessere Zeiten warten und am Ende doch noch eine Rendite einfahren.

Sie können sich für Aktien von Unternehmen entscheiden, von denen Sie sich eine gute Entwicklung versprechen, oder Sie können in einen Fonds investieren. Bei klassischen Aktienfonds wählt ein Fondsmanager oder eine Fondsmanagerin die Aktien aus und verwaltet den Fonds. Es gibt aber auch passiv anlegende, börsengehandelte Indexfonds, so genannte ETFs, die derzeit immer populärer werden.

Fonds unterscheiden sich auch bei der Höhe der Gebühren: Bei aktiv gemanagten Aktienfonds fallen für die Anleger:innen höhere Gebühren an. Bei ETFs dagegen muss niemand aktive Anlageentscheidungen treffen. Das spart enorm Kosten.

2. Schritt: Das eigene Depot eröffnen

Wer Aktien oder Aktienfonds erwerben möchte, benötigt ein Depot. Ein Depot ist so ähnlich wie ein Konto bei der Bank – mit dem Unterschied, dass man dort nicht Geld, sondern Wertpapiere lagert. Über dieses Depot wickeln Sie ihre Wertpapiergeschäfte ab – das heißt, Sie verkaufen oder kaufen bestimmte Aktien oder Fonds. Das Depot können Sie bei Ihrer Hausbank oder bei einer Online-Depotbank, auch „Online-Broker“ genannt, eröffnen.

Das kostet zumeist Gebühren, die je nach Bank unterschiedlich hoch sind. Deshalb sollten Sie bei der Wahl des Anbieters die Gebühren, vor allem die Transaktionskosten, vergleichen.

Ihr Depot funktioniert dann folgendermaßen: Wenn Sie Aktien, Fonds, Zertifikate oder Optionsscheine kaufen, bucht die Bank diese Wertpapiere ins Depot ein. Dort werden sie aufbewahrt, wie das Geld auf dem Sparbuch. Bei einem Verkauf werden die Aktien wieder ausgebucht. Anleger:innen erhalten zu jedem Kauf oder Verkauf einen Transaktionsbeleg, aus dem hervorgeht, zu welchem Kurs das Wertpapier ge- oder verkauft wurde und welche Kosten angefallen sind.

3. Schritt: Aktien auswählen

Bevor Sie Ihr Depot bestücken, sollten Sie sich noch einmal auf Ihre Anlageziele besinnen. Denn welche Wertpapiere Sie kaufen sollten, hängt maßgeblich von Ihrer Risikoneigung ab. Während sicherheitsorientierte eher zu bestimmten Fonds greifen, setzen Anleger:innen mit größerer Risikobereitschaft häufig auf spezielle Aktienfonds und Einzelaktien. Geldanlagen werden in fünf Risikoklassen unterteilt, wobei das Risiko mit ansteigender Zahl zunimmt. Dabei gibt es Aktien erst ab Risikostufe 3. Diese Risikoklasse umfasst Renten-, Aktien- und Mischfonds sowie auch große europäische Standardwerte, also Aktien großer umsatzstarker Unternehmen mit hohem Börsenwert. Die Klassen vier und fünf sind dann für risikofreudige bis spekulative Anleger:innen. Sie umfassen alle Einzelaktien und Fonds, etwa auch solche, die in Schwellenländer investieren. Je höher die Risikoklasse, umso höher ist das Risiko, Geld zu verlieren – bis hin zum Komplettverlust der eingesetzten Summe.

Um Kursschwankungen auszugleichen, sollten Sie auf jeden Fall immer auf verschiedene Pferde setzen und mehrere Titel im Depot haben. Risiko durch Diversifikation minimieren, heißt hier die Devise. Erfahrene Anleger:innen setzen beim Wertpapierhandel niemals alles auf eine Karte. Sie kaufen stattdessen Anteilsscheine mehrerer Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. So können eventuelle Verluste einzelner Aktien mit Gewinnen aus anderen Wertpapier-Investments ausgeglichen werden.

Gerade beim Aktienkauf gilt: Bevor Sie eine Aktie kaufen, informieren Sie sich umfassend über das Investment. Eine Maxime der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten wie Warren Buffet oder George Soros lautet nicht umsonst: Investiere nur in Wertpapiere von Unternehmen, deren Geschäft Du vollständig verstehst!

4. Schritt: Entwicklung verfolgen

Wer an der Börse aktiv ist, sollte das Geschehen dort genau beobachten. Besonders die Unternehmen, deren Aktien im Depot liegen, sollten Sie im Auge behalten. Sie können sich zum Beispiel einen Google News Alert einrichten oder auf Internet-Seiten wie finanzen.net oder finanznachrichten.de  nachlesen.

Natürlich informieren auch die Print- und Online-Seiten von Handelsblatt, FAZ und Co. über alles, was man wissen muss. Ein altes Börsenmotto lautet: „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.“ Das ist gar nicht so einfach umzusetzen. Vielen macht da die Psychologie einen Strich durch die Rechnung. Sie sind nämlich ungeduldig und realisieren ihren Handelsgewinn häufig schon nach kleinen Kurszuwächsen. Bei Kursverlusten verkaufen sie hingegen zu spät, weil sie erst einmal hoffen, ihren Einstandskurs irgendwann wiederzusehen. Nicht selten häufen sich dann hohe Verluste an.

Da hilft nur eines: Bestimmen Sie bereits beim Aktienkauf den maximalen Verlust, den Sie hinzunehmen bereit sind. Viele erfahrene Anleger:innen zurren ihr Verkaufslimit etwa 20 Prozent unterhalb des Einstiegsniveaus fest.

Unser Tipp:

Bestimmen Sie bereits beim Aktienkauf den maximalen Verlust, den Sie hinzunehmen bereit sind. Viele erfahrene Anleger zurren ihr Verkaufslimit etwa 20 Prozent unterhalb des Einstiegsniveaus fest.

5. Schritt: Aktienhandel

Sie möchten Kursgewinne realisieren? Oder aus einem Investment aussteigen? Aktien und Aktienfonds können Sie jederzeit wieder zu Geld machen – zum aktuell gehandelten Kurs. Den Auftrag dazu erteilen Sie ganz einfach über Ihr Depot.

Aber Achtung: Es werden Steuern fällig. Nur ein Teil des Gewinns, den Aktionär:innen mit ihren Wertpapieren machen, ist steuerfrei. Alles, was sie mit einer Geldanlage verdienen, unterliegt der Kapitalertragssteuer. Häufig wird sie auch Abgeltungssteuer genannt. Der Steuersatz beträgt für jeden Steuerpflichtigen 25 Prozent. Hinzu kommen noch der Solidaritätszuschlag und je nach Kirchenzugehörigkeit die Kirchensteuer.

Anleger:innen müssen sich um die Besteuerung nicht selbst kümmern. Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer. Das heißt, sie wird direkt von der Quelle – also der Bank – an das Finanzamt weitergeleitet. Gewinne und Verluste werden verrechnet. Und vergessen Sie nicht, einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank einzureichen. Denn pro Person dürfen Sie laut Gesetz 801 Euro steuerfrei einnehmen.

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