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Alles auf bunt: Warum Diversity auch an der Börse wichtig ist

Gleichstellung, Diversität und Inklusion sind Megathemen der Zukunft und längst ökonomische Erfolgsfaktoren. Warum Diversity so wichtig ist – für die Gesellschaft, aber auch für Unternehmen und die Börse.

Am 28. Juni ist Christopher Street Day. In den Sommermonaten wird er in vielen Städten gefeiert, auch an den Standorten der Consorsbank – in München am 10. Juli und in Nürnberg am 8. August. Der CSD in Nürnberg wird von der Consorsbank gesponsert. Auch in Deutschland haben sich lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle sowie queere Mitarbeiter:innen der BNP Paribas Gruppe, zu der die Consorsbank gehört, zu einen Netzwerk zusammengeschlossen: BNP Paribas PRIDE Germany.

 

Diversität wird zum Anlagekriterium

Immer mehr institutionelle Investoren wie BlackRock, Federated Hermes, Norges oder Amundi machen diverse Führungsgremien zum Anlagekriterium. Auch in Deutschland, zeigt eine aktuelle Studie: Die Hälfte der 30 einflussreichsten institutionellen Investoren in DAX und MDAX formulierten 2020 explizite Diversitätsanforderungen. Auch der größte Staatsfonds der Welt aus Norwegen forderte im Februar mehr Geschlechtervielfalt von den etwa 9000 Unternehmen im eigenen Portfolio. Am Kapitalmarkt setzt sich der Trend fort: Privatanleger:innen achten auf Nachhaltigkeit und ethische Unternehmensführung. Das Investieren nach ESG-Kriterien (Environment, Social und Governance) boomt. Investoren sollten überlegen, ob sie ein Diversity-„D“ an „ESG“ dranhängen.

 

Wer definiert, welche Firma wie divers und inklusiv ist?

Die meisten denken beim Stichwort Diversität an eine angemessene Repräsentanz von Frauen und ethnischen Minderheiten in Aufsichtsräten und Vorständen. Doch Diversität greift weiter: Auch unterschiedliche Ausbildungshintergründe und berufliche Werdegänge, vielfältige Perspektiven und Erfahrungen, verschiedene Nationalitäten und Qualifikationen, ein breites Altersspektrum der Mitarbeiter:innen und viele weitere Diversitätsmerkmale werden darunter verstanden. So können diverse Teams Gruppendenken vermeiden, Innovation, Kreativität und Nachhaltigkeit fördern, Wettbewerbsvorteile erlangen und bessere Geschäftsergebnisse erzielen. Zudem zeigen Studien, dass eine LBGTQI+-freundliche Unternehmenskultur mit höheren Aktienerträgen, einem höheren Unternehmenswert sowie einer höheren Produktivität und Rentabilität einhergeht.

Das Problem: Im Vergleich zu den klassischen ESG-Kriterien ist der Grad an Diversität und Inklusion nur schwer messbar. Denn: Es gibt quantifizierbare Kennzahlen, zum Beispiel zu Managergehältern und zur Energieeffizienz – bei sozialen Faktoren wie der Arbeitskultur ist das oft nicht der Fall: Relevante Daten sind nicht vorhanden, schwer auffindbar oder nicht valide. Anleger:innen sollten Diversitäts-Ratings also besser als groben Richtwert nehmen, da die zugrunde liegenden Kriterien oft intransparent und willkürlich von den Ratingagenturen festgelegt sind.

Allerdings gibt es mittlerweile auch Indizes mit ausgefeilter Methodologie wie den Refinitiv Inclusion & Diversity Index. Er gewichtet mehr als 7.000 Firmen weltweit anhand von 24 Kennzahlen aus den vier Bereichen Diversität, Inklusion, Mitarbeiter:innenförderung und kontroverse Nachrichten. Die 100 bestplatzierten Unternehmen landen dann im Index. Überraschend: 2020 erreichte ausgerechnet die wegen seiner Marktmacht oft geschmähte Investmentgesellschaft BlackRock den höchsten I&D-Score.

Andere Unternehmen, zu ihnen zählt auch die Consorsbank, interpretieren Diversity und Inklusion noch breiter. Diversity ist danach ein Fakt und Inklusion eine Frage des Mindsets. Es geht also nicht um Integration oder Anpassung der Mitarbeiter:innen an einen Normalzustand. Vielmehr geht es um „Belonging“, also Zugehörigkeit: Danach wird bei der Ausgestaltung von Lebensbereichen, etwa am Arbeitsplatz darauf geachtet, dass kein Mensch prinzipiell ausgeschlossen oder benachteiligt wird. Im Ergebnis soll jeder Mensch so akzeptiert werden, wie er ist.

 

Welche Investitionsmöglichkeiten bieten sich für Anleger:innen?

Die Anzahl von Impact-Investing-Indizes, -Fonds und -ETFs wächst. Sogar einen LGBTQI+ Diversity Index auf den DAX (UHLALA Group) gibt es. Er zeigt, wie offen die 30 DAX-Firmen gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, intersexuellen und trans*-Mitarbeiter:innen sind. Auf den Index gibt es aber noch kein passendes Anlageprodukt, denn der Markt ist überschaubar.

Anleger:innen in Deutschland können aber aktuell aus fünf verschiedenen Gender-Impact-Fonds auswählen. Die aktiv gemanagten Fonds (z.B.: Ampega Diversity Plus, RobecoSam Global Gender Equality Impact) investieren in Unternehmen, die gezielt Frauen fördern und berücksichtigen Kriterien wie Managerinnen-Quoten, Gehälter, Karrieremöglichkeiten, Talentbindung, Mitarbeiter:innenzufriedenheit, Work-Life-Balance und Anti-Diskriminierungsmaßnahmen.

Auch BNP Paribas sieht Inklusion als Anlagechance. Als erster seiner Art investiert der BNP Inclusive Growth in Unternehmen, die auf langfristiges Wachstum ausgerichtet sind und gleichzeitig zur Verringerung sozialer Ungleichheiten beitragen.

Wer statt aktiven Fonds lieber auf ETFs setzen will, kann zum Beispiel über den Global-Gender-Equality-ETF der UBS oder den iShares Refinitiv Inclusion and Diversity ETF investieren. Bevor Sie Investmententscheidungen treffen, sollten Sie sich immer sorgfältig über die Chancen und Risiken des Investments informiert haben.