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Fünf Börsenmythen

Internationale Vergleiche zeigen alljährlich, dass nur wenige Menschen in Deutschland Aktien besitzen. Warum aber haben Aktien in Deutschland einen so schlechten Ruf? Dieser Frage geht die Wissenschaft bereits seit Jahren nach. Dabei stoßen die Forscher:innen immer wieder auf Mythen, die sich um den Börsenhandel ranken und potenzielle Anleger:innen verunsichern.

Hier werfen wir einen Blick auf einige der weit verbreiteten Annahmen und Vorurteile rund um das Thema Aktien und prüfen ihren Wahrheitsgehalt.
 

Mythos 1: Anlagen in Aktien sind immer riskant

Dieser Behauptung widerspricht eine Langzeitstudie der London Business School in Zusammenarbeit mit dem Credit Suisse Research Institute. Die Studie betrachtet die internationalen Aktienmärkte über einen Zeitraum vom Jahr 1900 bis 2020. In diesen 120 Jahren beträgt die inflationsbereinigte Rendite der Aktien global 5,2 Prozent pro Jahr. Daran ändern massive Krisen wie die Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise von 1929 nichts. Auch die Finanzkrisen in diesem Jahrtausend in den Jahren 2000 sowie 2007/2008 wirken sich laut dieser Studie nicht dramatisch auf die durchschnittliche Rendite der Aktien aus. In demselben Zeitraum erhalten Anleger:innen in Staatsanleihen eine Durchschnitts-Verzinsung von zwei Prozent. Inhaber von Schatzbriefen erhalten gerade einmal 0,8 Prozent Rendite.
Diese Zahlen zeigen, welche Chancen der Aktienmarkt bieten kann. Gegenüber den Staatsanleihen hat sich das Kapital der Aktionär:innen im Betrachtungszeitraum teilweise verdoppelt.

Mythos 2: Der Aktienmarkt ist nur etwas für Spekulant:innen

Viele Menschen stellen sich die Anlage ihrer Ersparnisse in Aktien kompliziert vor. Sie sind überzeugt, dass sie stetig die Kurse im Auge behalten müssen. Die Sorge um ihr Geld raubt ihnen den Schlaf, weil sie ständig Verluste befürchten. Teilwiese gehen sie davon aus, dass nur ein kurzfristiger Verkauf der Wertpapiere sie davor bewahren kann. Doch viele Aktionär:innen bewahren Ruhe an der Börse und profitiert von langfristigen Wertsteigerungen.

Mythos 3: Aktienkauf ist reine Glückssache

Wer dieser Auffassung ist, sollte besser ein Casino besuchen. Viele erfolgreiche Börsenexpert:innen haben ihre Gewinne einer durchdachten Strategie zu verdanken. Auch als Einsteiger:in sollten Sie einen tragfähigen Plan für Ihr Aktieninvestment entwickeln. Dabei kommt es entscheidend darauf an, den Erfolg dieser Strategie in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, um gegebenenfalls rechtzeitig Korrekturen vornehmen zu können.

Mythos 4: Gewinne mit Aktien erfordern stetige Wechsel

Das Gegenteil kann der Fall sein. Wenn Sie sich für ein Portfolio mit Aktien gesunder Unternehmen entscheiden, kann Geduld die richtige Tugend sein. Eine Börsenweisheit lautet: „Gute Aktien verkauft man nicht.“ Selbst wenn eine „gute“ Aktie kurzzeitig Verluste aufweist, kann sie sich mittelfristig erholen und langfristig wieder Gewinne abwerfen.

Mythos 5: Die Dividenden sind zu niedrig

Mit den Dividenden partizipieren Aktionär:innen an den Gewinnen der Unternehmen. In absoluten Zahlen erscheinen die Gewinnanteile manchmal gering. Beachtenswert ist jedoch die persönliche Dividendenrendite, welche sich aus Kursentwicklung und Dividende berechnet. Das zeigt folgendes Beispiel:

  • Kaufpreis der Aktie: 20 Euro
  • Aktueller Kurswert der Aktie: 50 Euro
  • Dividende: 2 Euro
  • Dividendenrendite: 4 Prozent (bezogen auf den aktuellen Kurswert)
  • persönliche Dividendenrendite: 10 Prozent (bezogen auf den eingesetzten Anlagebetrag von 20 Euro)

Schauen Sie sich zum Vergleich die Verzinsung eines Sparbuchs an, finden Sie aktuell oftmals eine Rendite von weit unter einem Prozent.

Fazit

  • Aktien können deutlich höhere Renditen als andere Spar- und Anlageformen bieten.
  • Bei einem Kurseinbruch müssen Sie Aktien nicht gleich verkaufen.
  • Geduld kann eine wichtige Tugend am Aktienmarkt sein.