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Sauberes Geschäft: Wie nachhaltige Investments funktionieren

Nachhaltiges Investment ist ein Mega-Trend an den Börsen. Jedoch wird es unterschiedlich definiert. Was Anlegerinnen und Anleger beachten müssen.

Wer sich um die Nachhaltigkeit seiner Anlage Gedanken macht, sieht sich zunächst mit einem Dickicht an Kürzeln konfrontiert: ESG, ESG Screened oder SRI. Doch was steckt eigentlich hinter den Buchstaben? SRI steht für Socially Responsible Investment und ist nicht mehr als ein Überbegriff für sozial verantwortliche oder nachhaltige Investments. Dagegen steht ESG für Environment, Social und Governance als Kriterien der Unternehmensführung. Fragt man sich, welche Wirkung mit einem Investment erzielt wird, taucht häufig der Begriff Impact Investing auf. Dahinter verbergen sich Anlagen, die positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. Manchmal findet sich auch ein „ex“ im Namen von ETFs. Das besagt, dass kontroverse Branchen ausgenommen, also excluded, sind, etwa Waffen oder fossile Energieerzeuger. Der eher neue Zusatz Paris-Aligned oder PAB (Paris-Aligned Benchmark) im Fondsnamen bedeutet, dass hier nur Unternehmen Eingang finden, die sich den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens verschrieben haben oder dessen Erreichung wahrscheinlicher machen.

 

Halten nachhaltige Investments was sie versprechen?

Ein Anleger mit guten Absichten hat es zunächst gar nicht so leicht. Denn lange Zeit gab es keine allgemein gültige oder gar verbindliche Definition von nachhaltigem Wirtschaften. Oft gelten für vermeintlich nachhaltige Angebote lediglich grobe Ausschlusskriterien wie Korruption, Umweltzerstörung oder Menschenrechtsverletzungen. Ob dabei jedoch tatsächlich überprüfbare Nachhaltigkeit geschaffen wird, ist nicht garantiert. Expert:innen beklagten lange das sogenannte Greenwashing. Dabei geben sich Unternehmen „grüner“, als sie wirklich sind, um so Eingang in einen der populären Nachhaltigkeitsindizes zu finden. Abhilfe schaffen soll hier der „Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ der EU, der ab 2021 eine Reihe von gesetzlichen Vorgaben für Finanzmarktteilnehmer:innen vorsieht.

Doch es bleibt ein langer Weg zu vollkommen nachhaltigem Wirtschaften. Es gibt vielfältige Abhängigkeiten in den bestehenden Wirtschaftskreisläufen: Kein Windrad lässt sich ohne Stahl herstellen, kein Elektromotor ohne Metalle wie Nickel, Kupfer oder Seltene Erden. Deren Hersteller müssten also von ESG-konformen Fonds ausgeschlossen werden, weil sie auf den potenziell umweltschädlichen Bergbau angewiesen sind. Das würde wiederum aktiv die Energiewende behindern.

 

Wie nachhaltig ist der Nachhaltigkeitsboom?

Aller Voraussicht nach werden nachhaltige Anlagen weiter wachsen. Neue Regelwerke und milliardenschwere Förderprogramme von Regierungen treiben die Wirtschaft an. Allein in Deutschland waren im vergangenen Jahr schon mehr als 100 Milliarden Euro in Nachhaltigkeitsfonds angelegt. Und immer mehr ESG-konforme Fonds werden neu aufgelegt. Nach 172 Produkten im Jahr 2019 gingen im vergangenen Jahr 249 neue Fonds an den Start. Eine mindestens genauso wichtige Triebfeder ist der Wille der Privatanleger:innen zur Nachhaltigkeit. Heutzutage soll auch die Geldanlage die Werte der Menschen widerspiegeln. Laut einer Umfrage wollen mehr als drei Viertel aller Privatanleger:innen nicht in etwas investieren, das gegen ihre persönlichen Überzeugungen verstößt.

 

Bringt Nachhaltigkeit Abstriche bei der Rendite?

Wer auf Nachhaltigkeit setzt, muss deshalb nicht zwangsläufig Abstriche bei der Rendite machen. Der Fokus auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit sorgt zwar dafür, dass bei entsprechenden Fonds die Streuung geringer ist. Eine ganze Reihe von Studien zeigt aber, dass sich mit den „Öko-Aktien“ gutes Geld verdienen lässt – auch im Vergleich mit vermeintlichen Blue Chips. Viele ETFs, die klimakonforme Titel umfassen, haben im vergangenen Jahr zweistellig zugelegt.

Das liegt aber nicht nur an Unternehmen, die aktiv an der Energiewende arbeiten oder neue Umweltschutztechnologien entwickeln. Sondern an der Tatsache, dass viele Paris-Aligned Fonds auch Titel von bekannten Tech-Riesen beinhalten, die sich in den vergangenen Jahren sehr ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt haben. Ein gutes Beispiel ist Microsoft. Der Software-Konzern hat sich nicht nur verpflichtet, bis 2030 klimaneutral zu sei, sondern auch dazu, sämtliche Klimagase, die er seit seiner Gründung 1975 emittiert hat, bis 2050 zu neutralisieren. Die außergewöhnlich gute Performance dieser Papiere pusht auch die Fonds selbst.